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Grundlagen des Didgeridoospiels - Teil 2

von Marc Miethe (Berlin) Copyright © 2003-5


Auch diese 2. Spielanleitung ist ein gekürzter Ausschnitt aus meinem unveröffentlichten Lehrbuch "urban didgeridoo" und außerdem der zweite Teil einer kleinen Artikelserie im Didgeridoo & Co. Magazin mit Spielanleitungen für grundlegende Spieltechniken. Das Werk wird als Lern-DVD erscheinen und beinhaltet neben den hier behandelten Themen viele Übungen für Stimmeinsatz, Wangenmodulation, "Wok" - Sounds / Zungenschub, Zirkularatmung, Lufteinteilung, "Rhythmusbausteine", Overblows und Soundverbindungen. Für weit fortgeschrittene Spieler stehen eine umfangreiche Rhythmussammlung mit "frickeligen" Techniken (z.B. Breakbeats) und viele weitere Tipps für Didgeridoospieler auf dem Weg zum Musiker auf dem Plan. (z.B. Stückaufbau, Arrangement, Energieentfaltung, Spechrhythmen aus verschiedenen Teilen der Welt, Posaunendidgeridoo-Techniken und Melodielinien, Bandkommunikation, Didgeridooaufnahmen, Livetechnik, Bühnensituation)

In dieser Anleitung versuchen wir den Ton nicht nur lauter, sondern präziser und "schärfer" werden zu lassen. Dafür wenden wir uns dem wohl wichtigsten Muskel beim Didgeridoospiel zu: der ZUNGE!

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4) Obertöne mit Vokalen

"Obertöne?" ... na klingelt's? Den Begriff hast du wahrscheinlich schon mal gehört. Da war was in Physik und da gibt es auch diese Tibeter (oder waren's die Mongolen?), die Obertonsingen machen. Auf jeden Fall ist das was mystisches ... oder?

Dabei sind Obertöne eigentlich immer da. Der Clou ist: Du kannst ohne sie weder Didgeridoo spielen, noch auch nur normal reden. Jeder natürliche Ton ist ein Gemisch aus verschieden hohen Obertonwellen. Bildlich gesprochen sind Obertöne die Bestandteile eines "Tonsalates" und aus diesem kannst du sie dann auch wieder "herauspicken". Sie werden dann über dem Grundton richtiggehend "pfeifend" hörbar. Man spielt also nicht einfach nur einen Grundton, sondern hört parallel dazu eben die Obertöne. Höhere klingen tatsächlich wie ein Pfeifen und Tiefere eher glockenartig. Immer noch mystisch? Dann will ich mal ein praktisches Beispiel geben:

Pfeife einfach mal irgendein Kinderlied, wie "Ach du lieber Augustin" oder "Hänschen klein"! Ja, das war's bereits! Du hast gerade Obertöne produziert. Pech hatte jetzt natürlich (erst mal), wer nicht Pfeifen kann. Aber auch die können sich das ja Vorstellen oder mal mit "CH" einen Wind imitieren. Dabei machst du im Grunde nichts anderes, als Obertöne aus einem Tongemisch "herauszumodulieren". Obertöne beim Didgen und beim Pfeifen entstehen mit Hilfe von Vokalen ("A-E-I-O-U und so"). Fühlt da mal genau hin: Die Zunge bewegt sich je nach Melodie von hinten nach vorne und zurück. Die Zungenspitze ist unten. Je weiter vorne die Zunge ist, desto kleiner wird der vibrierende Luftraum zwischen Zunge und Lippen, desto kürzer schwingt die Obertonwelle und desto höher ist der Oberton. Und weil man so dicht an den Lippen ist, korrespondieren Obertöne sehr stark mit dem Ansatz am Mundstück und vor allem mit der Stellung der Wangen. Mit aufgeblähten Wangen verliert sich ein Oberton, den du mit der Zunge gebildet hast im Volumen der Wangen. Also lautet der erste Grundsatz für deutliche hohe Obertöne: Wangen zu! (Ansatz L). So wird es dir nach einiger Übung immer besser gelingen, den Ton immer besser "anzuspitzen".

Um von Anfang an keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, will ich euch jetzt schon mal wissen lassen, dass die Obertöne mit denen wir uns erst einmal beschäftigen (mit Vokalen) nur eine "Sorte" unter vielen ist. Denn wie gesagt: Alles, was im Didgeridoo als Klang entsteht, ist ein Obertongemisch. Es gibt noch Höhere, Sirrende und noch Tiefere, Singende, Glockenartige. Es gibt Schwebungen, die je nach Didgebauweise immer da sind und solche, die erst entstehen, wenn sich gesungene Stimme und Grundton überlagern.

Tipp: Als Anfänger bekommt ihr mit einer scharfen Abbruchkante am Mundstück Obertöne viel leichter hin. Später wird dir das wahrscheinlich mehr oder weniger egal sein.


Übung 5: hoher und tiefer Oberton im Wechsel

Marc's Didgeridoo-Übungen: hoher und tiefer Oberton im Wechsel
[ Übung 5 als MP3 - 426kb ]        zur Zeichenerklärung

Bei dieser Übung wechselt ihr zwischen einem hohen ("i") und tieferen ("o") Oberton hin und her. Versucht dabei, erst mal keine Stimme einzusetzen, denn die verwirrt nur, worum es in der Übung geht. Tut einfach so, als würdet ihr "oi" bzw. "io" flüstern. Die Vokale sollten "rein" sein, also, anders als beim immitierten Wind, ohne zischende oder rauschende "ch"-, oder "dj"- Anteile. Wenn ihr die Übung am Didge mit Grundton machen wollt, müssen die Lippen dabei gleichzeitig konstant flattern. Da ihr es wahrscheinlich gewohnt seit, bei "i" und "o" die Lippen entsprechend mitzubewegen, muss ich euch darum bitten, darauf zu verzichten. Verhaltet euch wie ein Bauchredner, der zum Reden nur die Zunge bewegt, nur flüstert, dabei auch noch Zitronensauer grinst (Wangen zu!) und gleichzeitig Knutscht (siehe Ansatz L).

Tipp: Hier kommt zum ersten mal zum Tragen, was später auch bei den Rhythmen hilfreich ist. Denkt euch die Buchstaben-Kombination erst mal "in den Mund". Dann fällt es dir sicher leichter den Wechsel zwischen "o" und "i" hinzubekommen. Eigentlich kannst du Vokale sprechen, seit dem du ein paar Tage alt warst. Fühle dabei genau hin, wie sich bei dieser Kombination der Mundraum in schnellem zeitlichen Ablauf verändert. Oft hilft es, wenn man dann einfach etwas schneller (aber weiterhin prägnant) und mit mehr Kompressionsdruck spielt. Das macht den Grundton lauter und mit ihm natürlich auch die Obertöne.


Übung 6: Bumerang

Marc's Didgeridoo-Übungen: Bumerang
[ Übung 6 als MP3 - 236kb ]        zur Zeichenerklärung

Beachte: Der Bumerang fliegt dann einen besonders schönen Bogen, wenn du die Silben einzeln anspielst, beschleunigst und dann wieder langsamer wirst. Wenn du jetzt noch mit einem leichten Lippenplopp (dazu an anderer Stelle) endest ... hat er sogar getroffen!

Der Bumerang fliegt übrigens auch ganz gut mit der Silbe "Lü".


Übung 7: Wind

Diese Übung solltest du erst mal ohne Didge machen. Nur dann hört es sich auch an wie Wind. Im Didge selber gibt es nur eine Annäherung an Geräusche, die vom Wind verursacht werden. Eigentlich spielst du einfach ineinanderfließende Obertöne auf der Grundlage der fünf Vokale und ihrer Umlaute runter und wieder rauf. Die Zunge startet dabei relativ weit vorne im Mundraum, geht langsam immer weiter nach hinten und anschließend wieder nach vorne.

Marc's Didgeridoo-Übungen: Wind
[ Übung 7 als MP3 - 235kb ]        zur Zeichenerklärung


Übung 8: der Stakkato-Wind!

Diese Übung finde ich persönlich besonders wichtig, da sie mehrere Dinge auf einmal trainiert: die Grundtonqualität, den Ansatz, vokale Obertöne, Zungenkoordination und Stimmritzeneinsatz. Diese Übung "gräbt" sozusagen den Weg der Zunge nach vorne frei.

Marc's Didgeridoo-Übungen: der Stakkato-Wind!
[ Übung 8 als MP3 - 210kb ]        zur Zeichenerklärung

Im Gegensatz zum einfachen Wind (Übung 6) gibst du jetzt auf jeden einzelnen Oberton mit Hilfe der Stimmritze einen Akzent. Das ganze nennt sich Glottalschlag (eng. 'Glottal Stop') und bezeichnet die schlagartige Öffnung der Stimmbänder. So was machst du zum Beispiel, wenn du hüstelst. Dadurch kann man die einzelnen Obertöne einzeln und separiert anspielen. Das hört sich zwar jetzt im Didge definitiv nicht mehr nach Wind an, dafür hört man jeden einzelnen Oberton dank des "Hüstelns" stark akzentuiert. Diese gleichmäßig schnellen und beinahe abgehackten Akzente nennt man in der Musik ein "Stakkato".

Wichtig ist es, die einzelnen Akzente nicht mit dem Bauch zu machen, sondern aus dem Zwerchfell eher einen konstanten Schub zu geben (Zwerchfellstütze). Auch solltest du die einzelnen Obertöne nicht mit einem "d" voneinander absetzen (also nicht "dii-di-de-dü-du-...") Vielleicht hilft es dir, wenn du die Vokale erst mal ohne Didge sprichst und darauf achtest, wie sich das im Kehlkopf und der Stimmritze anfühlt. Ebenso gut für das richtige "Stimmritzenfeeling" ist das rhythmische Pfeifen von Melodien. Dabei passiert fast das gleiche wie später am Didge. Während die Tonhöhe beim Pfeifen sich durch die Stellung der Zunge verändert, bewirkt die Öffnung der Stimmritze, dass die einzelnen Töne der Melodie sich voneinander absetzen. Pfeife mal so, als würdest du einen Hund rufen: "uiiiiiii-i-i-i-i-i-i-i-i-i ... komm Pfiffi, komm" und schon machst du genau das was ich meine. Jetzt probiere den "Stakkato-Wind" noch mal.

Tipp: Du solltest die Übergänge zwischen den einzelnen Vokalen / Obertönen so fein wie möglich abstufen, ohne zu unterbrechen. Dazu sollten die Unterschiede der Zungenbewegungen so klein wie möglich sein. Also nach Möglichkeit nicht so wild mit der Zunge hin und her springen, wie bei Übung 4.

Gut ist es auch, die besonders scharfen und hohen Obertöne, bei denen die Zuge wirklich die Zähne schon berührt, so weit zu üben, bis der Grundton verhältnisweise leise wird und abzubrechen droht und fast nur noch der Oberton zu hören ist. Das braucht ihr zwar im normalen Spiel nicht unbedingt, aber es hilft euch, den Ton "anzuschärfen". Und wenn der Ton mal scharf ist und der Weg der Zunge nach vorne "eingegraben", wird alles "dahinter" auch viel klarer.

das "Läuten" / tiefe Obertöne (500 - 900 Hertz)

In einem nächsten Schritt macht es Sinn, ungefähr ab "o" abwärts, die Wangen langsam mit zu öffnen. Versuche dazu einfach die extreme "Grinsstellung" der Wangen und Lippen langsam zu entspannen und dabei die Wangen - ebenso behutsam - sich öffnen zu lassen. Durch die offeneren Wangen klingen die tiefen Obertöne einfach satter und erzeugen ein mehr "räumliches" Hörerlebnis. Diese tiefen, räumlich wirkenden und schon fast singenden Obertöne kann man auch als Läuten bezeichnen, weil sie wirklich glockengleich klingen. Die Zunge geht dabei nicht so weit nach vorne an die Zähne wie z.B. beim "i", sondern befindet sich eher im mittleren bis hinteren Bereich (ungefähr von "u" bis "ah") des Mundraumes. Durch vorsichtiges vor- und zurückschieben der Zunge variieren diese Obertöne leicht in der Höhe. Nach meiner Erfahrung lassen stark resonante, dünnwandige Didgeridoos aus hartem Holz, die sich zudem noch im unteren Teil des oberen Drittels etwas weiten, diese tiefen Obertöne leichter entstehen und läuten teilweise ununterbrochen, auch wenn man diese Vokale gar nicht anspielt.

weiterführende Tipps zu Obertönen

Um klare und schöne Obertöne spielen zu könne, müssen sich deine Lippen optimal an das Mundstück anpassen können. Oftmals habe ich den Eindruck, dass dabei die Lippen ein Stück in das Didge reingezogen werden, sie sind wie reingeschmiedet. Minimale Änderungen am Mundstück und beim Ansatz können anfangs enorme Unterschiede bewirken.

Für die Obertonmodulation ist es vorteilhaft, wenn man genetisch bedingt seine Zunge an den Seiten hochwölben kann. Versuche mal deine Zunge vor dem Spiegel zu einer langen Röhre zu formen. Geht nicht? Diese anatomische Unabänderlichkeit hat eine 50/50 Wahrscheinlichkeit, stellt aber keinen Hinderungsgrund dar, Obertöne trotzdem zu spielen. Lediglich das Feingefühl ist dann erst mal etwas genauer.

Auch die Stellung des Unterkiefers zum Oberkiefer kann gezielt eingesetzt werden. Öffnest du z.B. den Kiefer etwas mehr als gewohnt, öffnet sich so etwas wie ein "Obertonfenster". Alles "singt" plötzlich mehr. Hält man den Kiefer mehr geschlossen, ja beißt sogar die Zähne zusammen, entsteht eine Art "Zischen", das für sich genommen nicht so schön klingt, das man im rhythmischen Zusammenhang aber auch gezielt einsetzen kann. Dieses Zischen besteht aus einer Mischung von Frequenzen im Bereich zwischen 1.000 und 12.000 Hertz. Drückt man dabei gleichzeitig die Zunge hoch an den Gaumen ("sch"), wird das ganze noch "sirrender".

Oft kann man beobachten das bei Leuten mit ziemlich hoher Lippenspannung nach einer Weile der Ansatz abbricht. Versuche also auch gezielt mit lockererem und leisem Ansatz brillante Obertöne zu spielen und mehr zu "Knutschen".

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5) Stop-, Verschluß- oder Explosivlaute

Nachdem wir den Ton insgesamt "angespitzt" haben, kommen wir jetzt zu einer Kategorie von Lauten, mit denen unser Spiel deutlich rhythmischer wird: Die sogenannten oralen Stop- oder Verschlußlaute, wie "D, T, G, K, B und P", die im Didgeridoo, ebenso wie in diversen Perkussion-Sprachen, eine zentrale Rolle spielen. Weshalb heißen die jetzt Stop-Laute? Ganz einfach, weil entweder mit der Zunge (D,T,G,K) oder mit den Lippen (B,P) die Ausatemluft gestoppt oder zumindest gebremst wird und dann explosionsartig wieder freigegeben wird. Der so entstehende Überdruck erzeugt einen kurzen, druckvollen und pumpenden Sound.

Zwischen den weicheren (D,G,B) und den härteren (T,K,P) Stop-Lauten gibt es nur einen graduellen Unterschied. Die weicheren bremsen die Luft eher und "touchieren" nur, wogegen die härteren einen regelrechten "Cut" setzen und die Stimme später dazu kommt. Je nachdem, wie deutlich ihr mit Zunge oder Lippe artikuliert, desto mehr komprimiert ihr die Luft und desto explosiver ist der Laut.

das "B" und "P"

Gleich zu Beginn möchte ich kurz diese beiden "Lippen-Stopper" darstellen. Sie lassen sich im Didge ganz gut einsetzen, obwohl oder gerade weil sie die Lippen kurze Zeit am flattern hindern und damit den Grundton unterbrechen. Diesen Effekt willst du wahrscheinlich zu Anfang erst mal vermeiden. Wenn du aber beispielsweise mit "Breakbeats" (einer Spielweise mit vielen kurzen rhythmischen Pausen) oder Beat-Box-Elementen arbeiten willst, kommen sie wieder zum Einsatz. Aber nicht so schnell, die kommen erst in meiner DVD dran. Auch bei der Erzeugung der sogenannten "Overblows", also jener Alphorn-mäßigen überblasenen Töne, die höher als der Grundton liegen, können sie sehr hilfreich sein.

Zunächst klingen "P" und "B" im Didge schlicht und ergreifend irgendwie nach "P" und "B". Keine Tricks, keine Kompromisse. Außer einem vielleicht: Wenn ihr das weichere "B" noch viel weicher spielt, so irgendwo zwischen "B" und "W" und dann etwas mehr Druck dazugebt, kriegt der Grundton eine ganz charakteristische Färbung. Probier's einfach aus!

das "D" und "T"

Einer der wichtigsten Sounds dieser Gruppe ist das "D". Und das gehört, wie auch "T","G" und "K", zu den Zungenverschlusslauten. Sprecht mal einfach ohne Stimme ein sehr kurzes, perkussives "T" und fühlt hin, was passiert. Durch das Abdichten mit der Zungenspitze am oberen Zahnrand des Oberkiefers wird der Luftstrom zunächst zurückgehalten. Wenn der Bauch im selben Augenblick jetzt auch noch schiebt, wird die Luft zwischen Zwerchfell und Zunge komprimiert (siehe auch Zwerchfellstütze). Die derart verdichtete Luft kann dann jederzeit wieder schlagartig freigegeben werden. Als nächstes macht das "T" noch einmal und wandert mit der Zungenspitze weiter nach hinten zum Übergang zwischen dem hartem Gaumen (der vordere Teil) und weichem Gaumen (die Vertiefung). Jetzt kriegt der perkussive Laut mehr Bass, wird also tiefer (mehr "Wums") und entspricht jetzt eher einem "D".

Der große Vorteile eines "D's" beim rhythmischen Spiel liegt darin, dass du einen sehr schnellen Sound mit gutem "Attack" (schlagartiger, aggressiver Sound) erzeugen kannst, den du auch noch frei mit jedem beliebigen Vokal und vielen anderen Sounds davor und dahinter kombinieren kannst, ohne dass der Ton dabei abreißt. Die meisten Vokalisationen, die Perkussionisten benutzen, um ihre Instrumente zu imitieren und sich über Rhythmen zu verständigen, basieren auf diesen Zungenverschlusslauten. Bei den indischen Tablas z.B. in Form von: "Dhin Dhaghena Da Daghena Datige Getaka Dhin..." oder bei der Conga z.B. als "Dack kung kung Brack!..." Doch auch in vielen Aboriginal-Sprachen spielt das "D" eine wichtige Rolle.


Übung 9: Zunge mit Zwerchfellkick

Marc's Didgeridoo-Übungen: Zunge mit Zwerchfellkick
[ Übung 9 als MP3 - 152kb ]        Zeichenerklärung

Bei dieser Übung ist es erst mal egal, ob du das mit oder ohne Stimme machst. Fange langsam an und unterstütze jedes "Do" mit einem kräftigen Bauchstoß. Das Notationszeichen dafür ist der Unterstrich, der das Zwerchfell symbolisiert. Achte darauf, dass du mit dem "D" die Luft nicht nur bremst, sondern auch mit einem gleichzeitigen Schub aus dem Bauch komprimierst. Werde dann immer schneller und schiebe konstant mit dem Bauch, ohne auf jedes einzelne "do" zu stoßen. Verliere aber nicht die klare und deutliche Artikulation der "d's" mit der Zunge. Dann werde wieder langsamer und kräftiger. Je schneller und ruckartiger dir das gelingt und je besser du den Bauchstoß mit dem Zungenverschluß koordinierst, desto "knackiger" kommt unten am Didge der Sound raus. Didges die dir mehr Druck entgegensetzen (Stichwort "guter Gegendruck") übertragen gerade diese Sounds sehr gut. Du machst mit der Zunge nur "Du" und am Didge kommt "BOMB!!!" raus. Sehr effektvoll! Im Unterschied zu den Obertönen, könntest du jetzt allerdings mit vollen Wangen (Ansatz O) arbeiten. Es kommt darauf an, möglichst viel Druck in kurzer Zeit zu erzeugen und der größere Luftraum der Wangen kann diesen plötzlichen Druckanstieg besser ausgleichen, ohne dass die Lippen die lockere Vibration verlieren.


Rhythmus 1: mit der Eisenbahn auf "Du" (4/4)

Marc's Didgeridoo-Übungen: mit der Eisenbahn auf Du (4/4)
[ Rhythmus 1 als MP3 - 211kb ]      Zeichenerklärung

Diese Übung ist im Grunde der davor ziemlich ähnlich, nur dass wir jetzt das Ganze in eine rhythmische Form packen. Zähle erst gleichmäßig "1-2-3-4" und fange dann auf der "1" mit "Du" an. Um die Rhythmusbetonung auf der "1" zu kennzeichnen, notiere ich das "Du" mit einem großen "D".


Rhythmus 2: (4/4)

Marc's Didgeridoo-Übungen: Rhythmus 2
[ Rhythmus 2 als MP3 - 213kb ]      Zeichenerklärung

Die Herausforderung bei diesem Rhythmus ist, die Wangenarbeit. Bei "Da da" ist es vorteilhaft, sie offen zuhaben und bei "diieo" wollen wir den Oberton hören und den kitzeln wir am besten heraus, wenn wir die Wangen schließen. Also gilt es einen stetigen Wechsel hinzukriegen. In der Notation ist der Ansatz O (offene Wangen) mit "(..)"-Klammern gekennzeichnet und der Ansatz L (Zitronenlächeln + Knutschen) mit "|...|".


Rhythmus 3: (3/4)

Marc's Didgeridoo-Übungen: Rhythmus 3
[ Rhythmus 3 als MP3 - 213kb ]    Zeichenerklärung

Dieser Rhythmus benutzt genau die selben Elemente wie der davor, mit dem Unterschied, dass wir jetzt einen 3/4 spielen. Das kennen wir eigentlich alle vom Walzer: "Rum-tum-tum-Rum-tum-tum-...". Der einzelne Zyklus geht also nur über drei gleichmäßige Schläge, bevor er wieder von vorne abfängt. Das "dio" wird verkürzt und geht jetzt also nur noch über einen Schlag, statt wie vorher über zwei. Daraus resultiert, dass ihr etwas weniger Zeit habt, die Wangen zu schließen.

"G" und "K"

Wenn wir unserer kleinen Palette von Klängen jetzt noch die anderen Zungenverschlußlaute, wie "G" und "K" hinzufügen, haben wir zusammen mit den Obertönen schon das Handwerkszeug, vielfältige und auch komplexere Rhythmen zu spielen. Im Grunde könnt ihr zunächst bei allen "D-Übungen und Rhythmen" von oben das "D" durch ein "G" ersetzen, also z.B. "Go Go go ...". Erwartet aber nicht einen riesigen Soundunterschied. Das "D" ist lediglich etwas perkussiver und das "G" etwas obertonreicher. Spielt trotzdem alles einmal durch und spürt, wie sich die Druckverhältnisse im Mund ändern. Wo berührt die Zunge den Gaumen? Wo staut sich die Luft? Was passiert, wenn ihr ein "K" statt "G" nehmt?

Bei "G" und "K" erfolgt der Verschluß mit dem mittleren Teil der Zunge, die Zungenspitze ist unten. Darin liegt auch der große Vorteil des "G" oder "K". Bei manchen "frickligen" Rhythmen kannst du sie im schnellen Wechsel mit dem "D" einsetzen. Es ist zwar an dieser Stelle noch ein bißchen früh, um es weiter auszuführen, aber sprich mal: "Dike Dike Dike...". Dabei stoppt deine Zunge immer im Wechsel vorne ("D") und in der Mitte ("K") und läßt sich in der Bewegung mit einer Wippe vergleichen. Die beiden ergänzen sich wunderbar und ihr werdet bald bemerken, wie sie einander vorbereiten und ineinander überleiten. Mit etwas Übung perlt das nur so raus. Doch bevor ich die wirklich "frickligen" Rhythmen weiter ausbaue, stehen noch einige andere Grundlagen an, die ich im Buch "urban didgeridoo" ausgeführt habe.

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Zeichenerklärung

"blablabla" steht hier in der Zeichenerklärung als Platzhalter für die "Vokalisationszeile" (die Rhythmusworte)

  • blabla


  • Fett kennzeichnet Stellen, auf die ich besondere Aufmerksamkeit lenken will

  • bla-bla-bla


  • Das Minuszeichen steht für einzeln akzentuierte Sounds, Beispiel: i-e-ü-ö-o-a

  • blablabla


  • Ohne Minuszeichen meine ich zusammenhängende, ineinander fließende Sounds, Beispiel: iieüöoa (wie bei der Imitation des Windes)

  • blablabla


  • Unterstrichen gleich "extra" Bauchstoß / Rhythmusakzent

  • blablabLA


  • GrOssbuchstaben = Rhythmusakzent

Erklärende Zusatzzeichen in einer zweiten Zeile unter den Rhythmusvokalisationen:

  • blablablablabla
    1 + 2 + 3 + 4 +

  • Zählzeiten (z.B. 4/4 Takt) = 1 2 3 4
    und Off-Beats (das "und") = +

  • blablabla
    (              )


  • offene, volle Wangen
    (Ansatz O)zwischen den Klammern

  • blablabla
    |              |


  • geschlossene, Leere Wangen, Lächeln
    (Ansatz L), zwischen | und |

  • blablabla
    (              |


  • schließende / Luft rausdrückende Wangen

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Letzte Aktualisierung: 10.11.05





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